Ausstellung „Mind the Gap! Zwischen bekannten und neuen Räumen“ im Museum für Konkrete Kunst Ingolstadt. Laufzeit 06.09.2020 bis 11.04.2021, Dokumentation am 06.09.2020.
Im Rahmen der Ausstellung „Mind the Gap! Zwischen bekannten und neuen Räumen“ im Museum für Konkrete Kunst Ingolstadt wurde zur Eröffnung eine lentikulare Live-Produktion umgesetzt.
Vor Ort entstanden individuelle Gästeporträts, die nicht nur fotografiert, sondern innerhalb weniger Minuten vollständig produziert wurden: Bildaufbereitung, Druck und präzise Montage des Lentikularmaterials als physisches Objekt zur direkten Ausgabe an die Besucher.
Dokumentation ausgewählter Werke und Ausstellungsansichten im Museumskontext.
In der Abfolge von links aus: (1) Jacob Dahlgren, (2) Esther Stocker, (3) Jan van der Ploeg, (4) Katharina Hinsberg, (5) Marco Casentini
Ziel war ein exklusives Objekt für die Vernissage, das direkt auf der Veranstaltung entsteht und durch Perspektivwechsel lebendig wirkt.
Lentikulare Produktionen werden normalerweise mit Vorlauf und spezialisierten Produktionsstrecken umgesetzt. Hier sollte der komplette Prozess während der Veranstaltung funktionieren.
Die Herausforderung bestand darin, die Portraits unmittelbar nach der Aufnahme freizustellen, in mehreren Ebenen zu bearbeiten und als mehrschichtige Druckdatei aufzubereiten. Anschließend erfolgte der Druck und das präzise Kaltaufziehen auf das Lentikularmaterial – mit einem Zielwert von unter vier Minuten pro Ausgabe.
Die Aktion wurde im Außenbereich der Veranstaltung realisiert und war vollständig in den Besucherstrom integriert. Unter Einhaltung der damals geltenden Hygieneauflagen entstanden die Portraits in einem durchgetakteten Ablauf.
Der kritische Punkt war die Montage: Genau 2 mm Spielraum standen beim Kleben zur Verfügung, damit das Linsenraster den gewünschten Effekt erzeugt. Bereits minimale Abweichungen hätten den Effekt zerstört.
Gedruckt wurde mit hoher Auflösung auf 400 g/m² Fotopapier, um Störungen und Artefakte im Herstellungsprozess zu vermeiden.
Lenticular (Lentikular) bezeichnet einen optischen Effekt, der über ein Linsenraster entsteht. Je nach Blickwinkel wechseln Bildanteile oder Tiefeindruck, wodurch eine Bewegung bzw. Mehrdeutigkeit im Motiv sichtbar wird.
Die Ausstellung „Mind the Gap! Zwischen bekannten und neuen Räumen“ wurde gemeinsam mit der Stiftung für Konkrete Kunst und Design eröffnet. Im Fokus standen die Räume der ehemaligen Donaukaserne an der Tränktorstraße, die als Ausstellungsort architektonisch und räumlich neu gelesen wurden.
Zur Eröffnung fand eine „Art and Beat revised“ im Außenbereich statt, da eine klassische Party unter den damaligen Rahmenbedingungen nicht möglich war.
Die Eröffnung wurde als Außenformat umgesetzt.
Für den Lentikulareffekt wurden Motive in mehrere Ebenen zerlegt, um die unterschiedlichen Bildanteile pro Blickwinkel vorzubereiten.
Screen = 49,935 LPI
X Dimension = 100 + 2x0 + 2x5 mm
Y Dimension = 100 + 2x0 + 2x5 mm
Data Resolution = 196,5944882 Pixel per cm
Data Resolution = 499,3500000 Pixel per inch
[Frames] = 10
[Result width, pixel] 2163
[Result height, pixel] 5995
Für die Durchführung wurde ein Hygienekonzept umgesetzt, inklusive Besucherlenkung und Abstandsregeln. Die Aktion fand in offenen Zelten im Außenbereich statt.
In der Abfolge von links aus: Michael, Filipa, Christian, Magdalena, Melander
Die Live-Produktion verband Eventablauf, fotografische Produktion, digitale Bildaufbereitung und präzise Montage zu einem Objekt, das unmittelbar während der Veranstaltung übergeben werden konnte. Damit wurde das lentikulare Portrait vom Begleitmedium zum eigenständigen Bestandteil der Ausstellungseröffnung.